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Der SV Werder Bremen - ein Sportverein der eine lange Geschichte hat und viele Erfolge aufweisen kann. Hier stellen wir Dir die wichtigsten Eckdaten und einige Anekdoten aus der SV Werder Bremen Geschichte vor.
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Lerne den Kader kennen
Aufstellung zum Mannschaftsbild der Bundesliga-Mannschaft des SV Werder Bremen Saison 2024/2025.
sv werder bremen
Hintere Reihe von links
Hannes Drews (Co-Trainer),
Patrick Kohlmann (Co-Trainer),
Ole Werner (Cheftrainer),
Milos Veljkovic,
Skelly Alvero,
Marvin Ducksch,
Mitchell Weiser,
Niklas Stark,
Marco Friedl,
Jens Stage,
Senne Lynen,
Olivier Deman,
Justin Njinmah,
Leon Opitz,
Marco Grüll,
Christian Vander (Torwart-Trainer)
Tom Cichon (Co-Trainer).
Vordere Reihe von links
Hannes Drews (Co-Trainer),
Patrick Kohlmann (Co-Trainer),
Ole Werner (Cheftrainer),
Milos Veljkovic,
Skelly Alvero,
Marvin Ducksch,
Mitchell Weiser,
Niklas Stark,
Marco Friedl,
Jens Stage,
Senne Lynen,
Olivier Deman,
Justin Njinmah,
Leon Opitz,
Marco Grüll,
Christian Vander (Torwart-Trainer)
Tom Cichon (Co-Trainer).
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Vom FVW zum SVW
Hätten einige junge Männer Ende des 19. Jahrhunderts ein dickes Seil zu früh losgelassen, würden wir heute vielleicht einem ganz anderen Verein als dem SV Werder Bremen die Daumen drücken.
Denn im Jahr 1899 begann alles mit einem Tauziehwettbewerb. Eine Schar 16-jähriger Schüler hatte einen solchen im Jahr 1899 gewonnen. Als Preis gab es einen Fußball, worauf die Jugendlichen am 04.02.1899 den Entschluss fassten, einen Verein namens FV Werder Bremen zu gründen.
Bereits vier Jahre später gab es für den jungen Fußballverein einen Titelhattrick zu feiern, als drei Teams des FVW in allen drei Bremer Spielklassen die Meisterschaft errangen.
Spiele des Fußballvereins Werder Bremen waren in der Folge schon so sehr von öffentlichem Interesse, dass als erster Bremer Verein nun Eintrittsgelder zu den Spielen verlangt werden konnten.
Von der Oberliga in die Bundesliga
Ab der Saison 1947/48 war Werder in der Oberliga Nord zuhause und galt als unberechenbar – Siege gegen starke Teams wechselten sich mit Niederlagen gegen schwächere ab, was dem Verein den Spitznamen „Sphinx des Nordens“ einbrachte. Die Nummer eins im Norden war zunächst der Hamburger SV, der bis zur Bundesliga-Gründung 15 Mal die Oberliga-Nord gewann. In Bremen selbst konkurrierte Werder mit dem Bremer SV und Bremerhaven 93 um die Vorherrschaft – bis sich dieser Status ab 1958 mit der Verpflichtung von Trainer Georg Knöpfle und Neuzugängen wie Helmut Schimeczek und Willi Schröder klar zugunsten Werders verschob.
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Die erste Meisterschaft und der Pfostenbruch vom Bökelberg
Hätten einige junge Männer Ende des 19. Jahrhunderts ein dickes Seil zu früh losgelassen, würden wir heute vielleicht einem ganz anderen Verein als dem SV Werder Bremen die Daumen drücken.
Denn im Jahr 1899 begann alles mit einem Tauziehwettbewerb. Eine Schar 16-jähriger Schüler hatte einen solchen im Jahr 1899 gewonnen. Als Preis gab es einen Fußball, worauf die Jugendlichen am 04.02.1899 den Entschluss fassten, einen Verein namens FV Werder Bremen zu gründen.
Bereits vier Jahre später gab es für den jungen Fußballverein einen Titelhattrick zu feiern, als drei Teams des FVW in allen drei Bremer Spielklassen die Meisterschaft errangen.
Spiele des Fußballvereins Werder Bremen waren in der Folge schon so sehr von öffentlichem Interesse, dass als erster Bremer Verein nun Eintrittsgelder zu den Spielen verlangt werden konnten.
Das legendäre Tor, das den Fußball veränderte
So unspektakulär die Saison 1970/71 mit Platz zehn endete, so außergewöhnlich war besonders eine Partie in jener Saison. Am 3. April stand es kurz vor dem Ende der Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen 1:1, als zwei Spieler ins Tor der Werderaner stolperten. Die Spieler blieben heil, allerdings brach der hölzerne Pfosten des Tores – und folglich der ganze Kasten – in sich zusammen.
Die Bremer unternahmen in der Hoffnung auf ein Wiederholungsspiel große Anstrengungen, das Tor wieder aufzustellen. Doch es sollte nicht gelingen. Das Spiel wurde abgebrochen und Werder bekam später beide Punkte zugesprochen, da die Gladbacher Gastgeber keinen Ersatz für das kaputte Tor organisiert hatten. Herbert Laumen, einer der beiden Spieler, die damals das Tor „getroffen“ hatten, sagte später in einem Interview mit der WELT: „Ich sah, wie das Tor brach, bin dann in Deckung gegangen und lag schließlich wie ein Fisch im Netz gefangen. In der Nordkurve gab es daraufhin ein Riesengelächter. Das war ein Spektakel.“
Mit dem Pfostenbruch vom Bökelberg hatte sich Laumen in die Fußball-Geschichtsbücher eingetragen. Denn er sollte den Fußball verändern. „Der Pfostenbruch bleibt immer legendär, denn er hat ja nachhaltig etwas bewirkt: Danach gab es Aluminiumtore. Und ich bin unsterblich geworden“, sagte Laumen, der später in den 70er Jahren auch das Trikot von Werder Bremen trug.
Werders erster Meistertitel und die Jahre danach
Ein Jahr später fiel die „0“ in der „10“ weg. Werder wurde Erster. In jener Saison, in der die Stadt Bremen 1.000 Jahre alt wurde, feierte der SV Werder Bremen seinen ersten Deutschen Meistertitel. Am 17. Spieltag der Saison 1964/65 setzten sich die Bremer an die Tabellenspitze und ließen sich bis zum Schluss nicht mehr von selbiger verdrängen. Rekordspieler Horst-Dieter Höttges stand genauso im Kader wie Arnold Schütz, Max Lorenz, Walter Nachtwey. Helmut Jagielski (10 Tore), Arnold Schütz, Gerhard Zebrowski (11) und Klaus Matischiak (12) waren damals die besten Torschützen der Werderaner, die von Willi Multhaup trainiert wurden.
In den Folgejahren konnte sich Werder allerdings nicht in der Spitzengruppe der Liga halten. Auf die Meisterschaft folgte Platz vier, danach wurden die Bremer sogar nur Sechzehnter. In der Saison 1967/68 spurteten die Bremer noch einmal von Platz 18 auf den zweiten Rang zur Vizemeisterschaft. Bis zum Ende des Jahrzehnts blieb Werder in der Folge im Mittelfeld der Tabelle.
Mit Speckflagge und Starensemble
Zur Saison 1971/72 wechselte der SV Werder nicht nur sein Outfit, sondern frischtete sein Team auch mit reichlich neuen Gesichtern auf. Anstatt im traditionellen „Grün-Weiß“ lief der SV Werder Bremen fortan in den sogenannten „Speckflaggen-Trikots“ auf. Die Farben der Stadt Bremen leuchteten nun auf dem Shirt, statt des Werder-W prangte der Bremer Schlüssel auf der Brust des längsgestreiften Jerseys – und die Mannschaft warb auf diese Weise gewissermaßen für die Stadt Bremen.
In Kooperation mit der Stadt und der Bremer Wirtschaft wurde zudem die finanzielle Situation des Vereins verbessert: Schulden wurden erlassen, und der Verein wurde an den Erlösen aus den Werbeeinnahmen des Weser-Stadions beteiligt.
Stars an die Weser – Ein gescheitertes Bundesliga-Projekt
Ohne großartig auf den Pfennig schauen zu müssen, wurden für die Spielzeit 1971/72 einige Stars an die Weser gelockt. Akteure wie Willi Neuberger, Herbert Laumen oder Werner „Acker“ Weist trugen nun das Bremer Trikot. Selbst ein Günter Netzer sollte und wollte an die Weser wechseln, allerdings konnte der Verein seine zusätzliche Forderung, fortan auch Werders Stadionzeitung „Werder-Echo“ zu vermarkten, nicht erfüllen. So blieb der Spieler mit der langen Mähne in Mönchengladbach.
Das große Projekt, Werder mit viel Geld wieder an die Spitze der Bundesliga zu hieven, schlug allerdings fehl. Die Star-Truppe von der Weser funktionierte nicht wie gewünscht. Werder landete nach einer Saison, in der allein sechs verschiedene Trainer auf der Bremer Bank saßen, auf einem enttäuschenden elften Tabellenplatz. Die Platzierungen in den Folgejahren sollten nicht besser werden. Plätze im Mittelfeld waren nun die Normalität. Negativer Höhepunkt war die Saison 1979/80, als die Bremer, die mittlerweile wieder seit einigen Spielzeiten in ihren ursprünglichen Vereinsfarben „Grün“ und „Weiß“ aufliefen, als 17. den Gang in die zweite Liga antreten mussten.
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Wiederaufstieg und Beginn der Rehhagel-Ära
Die 80er Jahre begannen für den SV Werder Bremen zweitklassig. Die Norddeutschen hatten nach Platz 17 zum bisher einzigen Mal in ihrer Vereinsgeschichte den Gang in die 2. Bundesliga antreten müssen. Lange sollten die Bremer aber nicht dort bleiben. Trainer Kuno Klötzer, der wenige Spiele vor Saisonende sein Traineramt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen musste, sowie sein Nachfolger Otto Rehhagel führten das Team von der Weser 1981 direkt zurück ins Fußballoberhaus.
Es war der Beginn einer überaus erfolgreichen Ära. Gemeinsam mit Manager Willi Lemke baute Coach Otto Rehhagel über Jahre eine Mannschaft auf, die es mit den Besten in Deutschland und später auch Europa aufnehmen konnte und zum Hauptkontrahenten des FC Bayern München aufstieg.
Aufstieg, Vize-Meisterschaften und die verpasste Meisterschaft 1986
Erwin Kostedde, der die Bremer 1981 mit 29 Toren zurück in die 1. Bundesliga geschossen hatte, verließ den Verein 1982/83 in Richtung Frankreich zu Stade Laval. Torjäger-Ersatz war schnell gefunden: Ein gewisser Rudi Völler wechselte als frischgebackener Zweitliga-Torschützenkönig an die Weser. An der Seite von Spielern wie Norbert Meier, Frank Ordenewitz, Thomas Schaaf, Johnny Otten, Benno Möhlmann, Manfred Burgsmüller, Frank Neubarth oder Dieter Burdenski reifte Völler später zum internationalen Klasse-Stürmer.
Direkt nach dem Wiederaufstieg 1981 sollten die Bremer durchstarten. Das Thema Abstieg war auf Jahre hinaus kein Thema mehr. Ganz im Gegenteil: Nach dem Klassensprung landete die Rehhagel-Elf sechs Mal in Folge unter den Top Fünf der Tabelle. Titel gab es in dieser aufstrebenden Phase des Vereins aber noch nicht zu feiern. Dafür wurde Werder 1983, 1985 sowie 1986 Deutscher Vize-Meister. 1983 und 1985 verpassten die Norddeutschen den Titel jeweils nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses – 1983 hatte der HSV die Nase vorn, 1986 der FC Bayern.
Am 22. April 1986 hätten die Grün-Weißen im heimischen Weser-Stadion bereits vorzeitig alles klar machen können. Michael Kutzop, der sonst alle seine Strafstöße verwandelte, schoss – beim Stand von 0:0 – in der 88. Minute gegen Bayern München einen Elfmeter an den rechten Pfosten. Werder verpasste somit den vorentscheidenden Siegtreffer. Einen Spieltag später vergab das Team auch die letzte Chance auf die Schale, als es gegen den VfB Stuttgart, gegen den schon ein Remis gereicht hätte, mit 1:2 eine weitere Niederlage setzte. Die Münchner zogen auf den letzten Drücker an Werder vorbei an die Spitze und somit zur Schale. Lange mussten sich die Werderaner aber nicht grämen. Der Meistertitel sollte schon bald folgen.
Pokale und Meisterschalen –
Titeljahre an der Weser
Einige Male hatten die Werderaner nach ihrem Wiederaufstieg in die Bundesliga zu Beginn der 80er Jahre schon daran schnuppern dürfen, in der Saison 1987/88 war es endlich soweit. Der SV Werder Bremen durfte seinen zweiten Meistertitel feiern. Die Defensive um Torhüter Oliver Reck, der seine erste Saison als Nummer eins im Bremer Trikot spielte, sowie Spieler wie Rune Bratseth, Thomas Schaaf, Uli Borowka, Jonny Otten oder Gunnar Sauer ließ lediglich 22 Gegentore zu. Und vorne schoss das Offensivtrio um Karl-Heinz Riedle (18 Tore), Frank Ordenewitz (16) und Norbert Meier (7) rund zwei Drittel aller Bremer Tore.
Am Ende lag Werder mit vier Zählern Vorsprung vor dem FC Bayern auf Rang eins und sollte von nun an für viele Jahre die erfolgreichste deutsche Mannschaft neben den Münchnern sein.
Pokalsiege und europäische Triumphe: Werder in den frühen 90ern
Im gleichen Jahr spielten sich die Werderaner obendrein in die Halbfinals des UEFA-Cups (Aus gegen Leverkusen) sowie des DFB-Pokals (Niederlage gegen Frankfurt) vor. Sowohl europäisch als auch national sollten die Pokaltitel jedoch nicht lange auf sich warten lassen. Nachdem die Elf von Trainer Otto Rehhagel, der mit seiner „kontrollierten Offensive“ überaus erfolgreichen Fußball an der Weser spielen ließ, bereits 1989 und 1990 im DFB-Pokalendspiel stand, gab es in diesem Wettbewerb 1991 dann den verdienten Erfolg. Im Elfmeterschießen wurde der 1. FC Köln bezwungen.
Nachdem die Werderaner in der Vorsaison ihre internationale Klasse einmal mehr angedeutet und in zwei spektakulären Spielen die Übermannschaft vom SSC Neapel im UEFA-Cup ausgeschaltet hatten, durften sie in der Saison 1991/92 den Europapokal der Pokalsieger in die Höhe stemmen. In Lissabon hatte Klaus Allofs die Bremer gegen den AS Monaco in Führung gebracht. Wynton Rufer setzte mit dem 2:0 den Schlusspunkt, nachdem zuvor Teams wie Galatasaray Istanbul oder der FC Brügge ausgeschaltet worden waren.
Der nächste Meistertitel und die Champions-League-Premiere
Im Jahr 1993 gab es bereits den nächsten Titel an der Weser zu feiern. Denn in Bremen wurde erneut die Meisterschale, die mittlerweile dritte in der Vereinsgeschichte, in den Himmel gereckt. Mit Kickern wie Wynton Rufer, Mario Basler oder dem Österreicher Andy Herzog war den Grün-Weißen der Titel nicht zu nehmen. Die Meisterschaft bedeutete zugleich die Qualifikation für die neu eingeführte Champions League. Werder war dort 1993/94 als erstes deutsches Team überhaupt in der Gruppenphase vertreten, schied aber unter anderem gegen den späteren Titelträger AC Mailand aus. In jener Spielzeit eroberten die Werderaner nochmals den DFB-Pokal.
Die nächste Meisterschaft wurde im Saison-Endspurt nach Pleiten gegen den FC Schalke 04 und den FC Bayern München nur hauchdünn verpasst. Es sollte das letzte Jahr unter Trainer Otto Rehhagel sein. Dieser wechselte zum Rekordmeister FC Bayern München. In Bremen waren die überaus erfolgreichen Zeiten mit seinem Weggang für einige Jahre vorbei. Es folgte eine Übergangsphase an der Weser mit vielen Umstrukturierungen.
Rückblick auf die Ära Rehhagel und Jahre des Übergangs
Manchmal ist er noch in Bremen zugegen. In jener Stadt, in der er über 14 Jahre den SV Werder trainierte. Oft sitzt Otto Rehhagel dann in seinem Lieblingscafé, und ganz automatisch kommen ihm die vielen tollen Erinnerungen an jene erfolgreiche Zeit in den Sinn, in der er an der Weser zusammen mit Manager Willi Lemke Jahr für Jahr eine Spitzenmannschaft formte und ins Rennen schicken konnte. Das Ergebnis dieser Ära: Meistertitel, Pokalerfolge und Sensationen satt für den SV Werder Bremen.
Die Ära Rehhagel begann in der zweiten Liga. Werder war ein Jahr zuvor trotz einiger namhafter Spieler abgestiegen. Nach etwa zwei Dritteln der Spielzeit 1980/81 übernahm Otto Rehhagel aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls des bisherigen Cheftrainers Kuno Klötzer den Trainerstuhl. Werder stand an der Spitze der Liga und sollte am Ende der Saison den direkten Wiederaufstieg perfekt machen.
Rehhagels Beginn: Vom mutigen Debüt zur „kontrollierten Offensive“
Gleich in seinem ersten Spiel bewies Rehhagel, dass er ein Trainer ist, der, wie er selbst sagt, „so komische Einfälle“ in die Tat umsetzt. Für Werder ging es nach Berlin zur Hertha ins Olympiastadion, wo 72.000 Menschen auf den Einmarsch der Mannschaften warteten. Bereits am Vorabend hatte Rehhagel dem damaligen Werder-Schatzmeister Karl-Heinz Hohnhorst prophezeit: „Herr Hohnhorst, wenn es nicht so richtig läuft, werde ich unseren kleinen Finnen Pasi Rautiainen ins kalte Wasser werfen.“ So kam es dann auch. Rautiainen wurde eingewechselt und erzielte das 2:1-Siegtor.
Das goldrichtige Händchen und die Art, die Mannschaft in den folgenden Jahren spielen zu lassen – nämlich in einem viel zitierten System der „kontrollierten Offensive“ – baute Rehhagel zusammen mit Manager Willi Lemke ein Werder auf, das bis Mitte der 90er Jahre die erfolgreichste Mannschaft Deutschlands neben dem FC Bayern München bleiben sollte. Otto Rehhagel verstand es, in dieses Gefüge Weltstars wie Rudi Völler, Karl-Heinz Riedle oder Rune Bratseth einzubauen. Auch mit als eigenwillig geltenden Charakteren wie Mario Basler kam Rehhagel auf einen grünen-weißen Zweig.
Erfolge der 80er und 90er "eine Sensation"
1988 gewann Werder unter Rehhagel erstmals die Deutsche Meisterschaft. Es folgten DFB-Pokal-Siege, der Europapokal der Pokalsieger (1992) und eine weitere Meisterschaft 1993. 1993/94 war Werder als erstes deutsches Team in der Champions-League-Gruppenphase vertreten. Rehhagel bezeichnete diese Erfolge als „Sensation“, da sie mit bescheidenen Mitteln erreicht wurden. 1995 wechselte er nach 14 Jahren zum FC Bayern und nahm Andreas Herzog mit.
Nach Rehhagels Abgang stagnierte Werder und blieb meist im Tabellenmittelfeld. Trainer wie Aad de Mos und Felix Magath konnten daran wenig ändern. 1998/99 verschlechterte sich die Lage dramatisch: Das Präsidium trat zurück, Manager Lemke legte seine Tätigkeit nieder, und Jürgen L. Born übernahm die Führung. Nach der Entlassung Magaths übernahm Thomas Schaaf, der den Klassenerhalt mit drei Siegen in vier Spielen schaffte. Kurz darauf gewann Werder den DFB-Pokal gegen Bayern und qualifizierte sich für den UEFA-Cup – eine neue erfolgreiche Ära begann.
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Mit Doublegewinn zurück an die Spitze
Nach dem erfolgreichen Klassenerhalt unter Trainer Thomas Schaaf in der Saison 1998/99 tastete sich Werder Bremen wieder an die internationalen Ränge heran. In der UEFA-Cup-Saison 1999/2000 sorgte der SVW einmal mehr für Furore, denn die Grün-Weißen preschten bis ins Viertelfinale vor. In der 3. Runde vollbrachten die Bremer Akteure zuvor das mittlerweile 4. Wunder von der Weser. Nach einer 0:3-Hinspielniederlage bei Olympique Lyon riss Werder mit vier Toren das Ruder im heimischen Weser-Stadion rum und machte das Unmögliche doch noch möglich. Mit einer offensiv ausgerichteten Spielweise ließen die Grün-Weißen in den folgenden Jahren bereits ihr großes Potential aufblitzen.
Die neue Ära: Umbruch, Ausgliederung und das historische Double
Die Qualifikation für die europäischen Wettbewerbe aber sollte bis 2004 noch nicht wieder gelingen. Werder profitierte in finanzieller Hinsicht aus dem Verkauf von einigen jungen, talentierten Spielern wie Claudio Pizarro oder Torsten Frings. Mittlerweile hatten auch Marco Bode und Andreas Herzog Anfang des neuen Jahrtausends als letzte Spieler der erfolgreichen Rehhagel-Ära ihre Karriere beendet.
Das neue Werder bestand nun aus Spielern wie dem französischen Mittelfeldregisseur Johan Micoud, den Innenverteidigern Valérien Ismaël, Frank Baumann und Mladen Krstajić, im Tor stand Andreas Reinke. Vorne sorgte ein herausragendes Stürmerduo mit Ivan Klasnić und Aílton für Tore am Fließband. Und 2003/04 sollte ihre Spielzeit werden. Zwar flog Werder gleich zu Beginn der Saison in der ersten Runde gegen die Österreicher vom FC Superfund Pasching aus dem UI-Cup, aber der Rest der Saison sollte viel unvergesslicher werden.
Ausgliederung und Triumph: Werders Weg zum historischen Double
Zuvor stand aber noch eine große strukturelle Veränderung im Verein an. Ab dem 01.07.2003 hatte Werder Bremen den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb mit den Fußballaktivitäten des Profisports und des Leistungszentrums sowie den ersten Mannschaften im Handball, Schach und Tischtennis in die Werder Bremen GmbH & Co. KGaA ausgegliedert. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 05.12.2003. Gegenstand der Gesellschaft ist die Fortführung, Erweiterung und Weiterentwicklung des bisherigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes des Sport-Verein "Werder" von 1899 e.V. Somit besteht Werder Bremen aus dem Sport-Verein "Werder" von 1899 e.V. sowie dem Wirtschaftsunternehmen Werder Bremen GmbH & Co. KGaA.
Auf die erfolgreiche strukturelle Veränderung folgte Werders Double-Saison. Werder mischte von Beginn der Bundesliga-Runde an unter den besten Teams mit, erklomm am 16. Spieltag die Tabellenspitze und gab sie nicht mehr ab. Nach einem spektakulären 3:1-Erfolg beim Rekordmeister FC Bayern München krönte sich das Team vorzeitig zum Deutschen Meister. Wenig später feierte die Schaaf-Elf mit einem 3:2-Sieg über Alemannia Aachen auch den Pokal-Erfolg – der erste Double-Gewinn der Vereinsgeschichte. Ein Doppelerfolg, der zuvor nur dem FC Bayern München und dem 1. FC Köln gelungen war.
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Sternstunden im DFB-Pokal und in der Königsklasse (I)
Im Sommer 2006 verlässt Mittelfeld-Regisseur Johan Micoud den Verein und kehrt zu seinem ehemaligen Klub Girondins Bordeaux zurück. Werder holt im Gegenzug einen brasilianischen Ballkünstler aus Porto. Diego Ribas da Cunha streift das grün-weiße Trikot über und verzückt in der Folgesaison mindestens genauso, wie es Micoud zuvor getan hat. In der Champions League erwischt Werder eine Hammer-Gruppe mit Chelsea London, dem FC Barcelona und Levski Sofia und verpasst nach einem Heimsieg gegen Chelsea und einem Remis gegen Barca nur knapp das Achtelfinale. Dafür erreicht Werder das Halbfinale des UEFA-Cups, wo gegen Espanyol Barcelona Schluss ist. In der Liga qualifiziert sich Werder als Dritter wiederum für die Königsklasse.
Sternstunden im DFB-Pokal und in der Königsklasse (II)
Die Saison 2007/08 startete allerdings ohne Miroslav Klose. Der Nationalstürmer wechselte zum FC Bayern. In der Bundesliga, in der Werder hinter dem FC Bayern Vizemeister wurde, war der 8:1-Heimsieg über Arminia Bielefeld einer der Höhepunkte der Saison. Weitere folgten auch in der Champions League. Dort erwiesen sich in der Vorrunde nicht etwa Real Madrid oder Lazio Rom als Stolpersteine der Schaaf-Elf. Denn gegen beide Vereine errang Werder mitreißende Heimsiege. Allerdings verlor die Schaaf-Elf zweimal gegen Olympiakos Piräus. Für Werder ging es wieder im UEFA-Cup weiter. Dort war gegen die Glasgow Rangers im Achtelfinale Endstation.
2008/09 beendete Werder die Saison nur auf dem zehnten Platz. Dafür waren die Bremer in den Pokalwettbewerben ganz vorne mit dabei. Nach Platz drei der Champions-League-Vorrunde stürmte Werder ins letzte UEFA-Cup-Finale vor dessen Umbenennung in Europa League. Zuvor hatte Werder den Nordrivalen HSV im Halbfinale ausgeschaltet. Es waren zwei von insgesamt vier Derbys innerhalb von 19 Tagen zwischen beiden Klubs.
Sternstunden im DFB-Pokal und in der Königsklasse (II)
Auch im DFB-Pokal-Halbfinale behielt Werder die Oberhand und gewann auch das Liga-Duell gegen die Elbstädter. Im UEFA-Cup-Endspiel unterlagen die Grün-Weißen Schachtjor Donezk schließlich knapp. Durch ein Tor von Mesut Özil, dem seit dieser Saison aufstrebenden Mittelfeld-Ass neben Diego, besiegte Werder im DFB-Pokal-Endspiel Finalgegner Bayer 04 Leverkusen und gewann zum sechsten Mal den goldenen Pott.
Es war der letzte Titel für Diego. Der Brasilianer wechselte in der Folge zum italienischen Traditionsverein Juventus Turin. In der Liga spielte sich Werder im Jahr des 111-jährigen Vereins-Jubiläums wieder in die Bundesliga-Spitze. Mit einem fulminanten Endspurt erreichten die Bremer schließlich noch den dritten Platz und qualifizierten sich zum fünften Mal innerhalb von sechs Jahren für die Champions League. In der Europa League war für Werder erst im Achtelfinale nach zwei fulminanten Spielen gegen den FC Valencia Schluss.